Sportlich, sportlich, Herr Schuhmann!

Am 24. März 1946 starb Carl Schuhmann im Alter von 77 Jahren.

Carl Schuhmann war ein gelernter Goldschmied – aber auch: der erste deutsche Olympia-Sieger. Geboren wurde er am 12. Mai 1869 in Münster; seine Eltern zogen mit ihm allerdings schon früh nach Köln, wo der Vater Kaserneninspektor war.

Ob der kleine Carl in Münster wohl mal den Türmer auf dem St. Lambertikirchturm tuten gehört hat? Z.B. 1878 (Carl war 9 Jahre alt), da wurde Joseph Buschkötter Türmer, er war derjenige, der den Neubau des Lambertiturms miterlebt hatte (und seine Ur-Enkelin lebt heute in Münster-Kinderhaus)… oder war Carl zu dem Zeitpunkt schon in Köln und hat die Domglocken gehört? Der „Dicke Pitter“ (die größte schwingende Glocke der Welt) im Kölner Dom ist jedenfalls erst nach dem I. Weltkrieg aus Thüringen gekommen…


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Vom Entdecken und Neuentdecken… und: Turmstuben-Bücher März 2017

Vorab ein Intro aus aktuellem Anlass in NRW-Sache und eigener Sache!
Habt ihr das schon entdeckt (vielleicht auf der ITB?): 

#neuentdecken

Liebe Freund*innen der gepflegten crazy Travelogie! Dein NRW stellt ungewöhnliche Menschen und Orte vor – zum Beispiel eine Multimedia-Geschichte mit der Türmerin von Münster (klick)!

Ich freue mich, wenn ihr mich und damit die lebendige Historie der türmerischen Brauchtumspflege (neu)entdeckt, mir hier oder bei Facebook schreibt, wir uns vernetzen, gegenseitig (neu)entdecken, vielleicht bloggt ihr auch oder habt einfach mal Lust, nach Münster zu kommen … lasst euch inspirieren und lasst mich teilhaben:

Denn wenn ihr hier seid, ist es großartig, wenn ihr z.B. eure Fotos mit mir und allen Münsterfans teilt – ich sag mal so: #exploremuenster !

Und nun zu den Turmstuben-Büchern des März 2017…

(Für Neuentdecker*innen: Das sind keine Rezensionen, sondern Pläne und Hoffnungen in Buchform – ich nehme jeden Monat ein, zwei, drei Werke mit in die Turmstube und kündige hier an, was ich erwarte. Voraussetzungen: Münster- und/oder Turm-Relevanz!)

Im März begeht die Welt den Internationalen Frauentag, ich nehme in diesem Bewusstsein zwei Bücher mit in die Turmstubenbücherei, die sich unterschiedlichen Frauengeschichten widmen – zum einen die (erfundene) Geschichte einer selbstbewussten Lehrerin, die einen ungewöhnlichen Weg findet, ihre ganz persönliche Polyamorie zu leben; und zum anderen die unglaubliche (aber wahre) Geschichte einer gelernten Schneiderin, die mit ungefähr 38 Jahren plötzlich Stigmata an ihrem Körper wahrnahm und bis zu ihrem Lebensende elf Jahre später bettlägerig blieb …

1. Karl Pollmann: Die Feierstunde

2. Bistum Münster (Hrsg.): Anna Katharina Emmerick Weiterlesen

Karneval in Münster – Kuriose Einblicke

Karneval in Münster – das bedeutet für mich: eine Gelegenheit zur sozialgeschichtlichen Forschung 🙂

Prinz Ingo I.

Prinz Ingo I. samt Garde – Tradition trifft Tradition auf dem St. Lambertikirchturm

Ich tauche ein in alte Ansichten, Bilder, Postkarten und Dokumente vergangener Tage. Einen kleinen Einblick in die spannenden Erkenntnisse möchte ich hier mit euch teilen.

In Münster werden vielerlei Traditionen liebevoll gepflegt und wertschätzend geachtet. Der Karneval gehört selbstverständlich zu Münster, viele begeisterte und begeisternde Menschen leben hier diese besondere Art des Brauchtums mit großer Leidenschaft. Das Klischee des sturen Westfalen ist zumindest in der närrischen Zeit ein reines Märchen 😉

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Turmstubenbücher Februar 2017

1. Tilman Röhrig, Der Sonnenfürst (2011)
2. Johann Hermann Hüffer, Erlebtes (1854)

Wie mögen diese beiden Bücher zusammenhängen? Was verbindet zwei Werke, die nicht nur zeitlich, sondern auch stilistisch weit, weit entfernt voneinander sind?

Das Phänomen ist äußerst spannend und inhaltsreich und führt uns in die Mitte Münsters zur Clemenskirche – ein absolutes Must-See für jeden Gast meiner neuen Heimat, und auch für Ureinwohner*innen immer wieder erstaunlich schön…

Hajotthu 2014

Foto: Wikimedia Commons, User Hajotthu 2014

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Eli und Elisabet – ein Tag, zwei Geburtstage!

Am 26. Januar vor 163 Jahren wird Eli(as) Marcus

in Münster geboren (1854).

Eli Marcus
Unter seinem eigenen Namen und dem Pseudonym Natzohme (eine Figur aus einem selbstverfassten Theaterstück) war Marcus ein umtriebiger Schriftsteller und Schauspieler in den Kreisen des berühmten Zoogründers Professor Hermann Landois (Zoologische Abendgesellschaft).


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Turmblick über Wallhecken: 20. Januar

20. Januar 1911:

Thomas Mann (1875 – 1955) liest in Münster im Realgymnasium am Syndikatplatz aus seinem Lustspiel in Romanform „Königliche Hoheit“.

blog_20-januar

Münster ist die letzte Station von Manns Lesereise mit diesem Werk über Außenseitertum am Vorabend des Ersten Weltkriegs – deutscher Prinz trifft amerikanische Milliardärstochter.

Der Schriftsteller und Buchhändler Matthias Engels hat einen eigenen Roman geschrieben über diesen Besuch Thomas Manns in Münster: Mann im Schatten – mehr dazu auf seinem Blog Dingfest, Klick!

Mit der Lambertikirche auf dem Cover! 🙂

blog_20-januar_engels-buch

Und schon hat die Türmerin wieder zwei Bücher auf der To-Read-Liste!

Turmstuben-Bücher Januar 2017

Sodele! Für den Januar-Lesestoff geht’s hinab… zuerst 300 Stufen St. Lambertikirchturm, und dann noch tiefer in den Magazinkeller der ULB Münster…

Die einen sagen so, die anderen so – entweder am 10. Januar (im Stammbuch eingetragenes Datum) oder am 12. Januar (daran hält sich die Annette-von-Droste-Gesellschaft e.V.) wurde im Jahre 1797 Annette von Droste-Hülshoff geboren, die erst nach ihrem Tode mit den Attributen „westfälisch“ und „katholisch“ als eine der bedeutendsten Dichterinnen in die Geschichte eingehen sollte.

WIkipedia-Bild (Daguerreotypie) von Annette von Droste-Hülshoff

Fragwürdig: Ist sie es? Oder doch nicht? Annette von Droste-Hülshoff. Aufnahme (Daguerreotypie) um 1847, aus dem Archiv Schloss Wehrden…


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