Sportlich, sportlich, Herr Schuhmann!

Am 24. März 1946 starb Carl Schuhmann im Alter von 77 Jahren.

Carl Schuhmann war ein gelernter Goldschmied – aber auch: der erste deutsche Olympia-Sieger. Geboren wurde er am 12. Mai 1869 in Münster; seine Eltern zogen mit ihm allerdings schon früh nach Köln, wo der Vater Kaserneninspektor war.

Ob der kleine Carl in Münster wohl mal den Türmer auf dem St. Lambertikirchturm tuten gehört hat? Z.B. 1878 (Carl war 9 Jahre alt), da wurde Joseph Buschkötter Türmer, er war derjenige, der den Neubau des Lambertiturms miterlebt hatte (und seine Ur-Enkelin lebt heute in Münster-Kinderhaus)… oder war Carl zu dem Zeitpunkt schon in Köln und hat die Domglocken gehört? Der „Dicke Pitter“ (die größte schwingende Glocke der Welt) im Kölner Dom ist jedenfalls erst nach dem I. Weltkrieg aus Thüringen gekommen…


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Turm-Meister

Der Turm-Meister von St. Lamberti zu Münster heißt Hilger Hertel. Dieser Name steht (neben dem des damals amtierenden Pfarrer Kappen) für den radikalen Stilbruch, als 1883-1889 auf der Stadt- und Marktkirche in Münster der neue Turm im neogotischen Stil errichtet worden ist. Hertel, das ist die Architektenfamilie, die zu den bedeutendsten ihrer Zeit gehört.

Der Lambertikirchturm gehört zu den renommiertesten Werken des Hertel’schen Architekturbüros.

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Typisch

Wenn man unterschiedliche Menschen nach dem fragt, was für sie persönlich das Typische an Münster sei, bekommt man mitunter sehr unterschiedliche Antworten, die doch im Kern wieder einiges verblüffend gemeinsam haben.

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Türmen

„Türmen“ – Zur Herkunft dieser populären Redensart.
Achtung: Der folgende Beitrag enthält Spuren von Wahrheit und Satire.

Im Duden steht:

„sich aus einer unangenehmen Situation durch eilige Flucht befreien (…) Synonyme: ausbrechen, das Weite suchen, davonlaufen, (…) die Flucht ergreifen, entfliehen, (…) verduften (…)“

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Zu Gast in NÖ

Die Türmerin von Münster zu Gast bei den Türmerkollegen in Nördlingen im Ries

Im September 2014 packt die Türmerin von Münster die Gelegenheit beim Schopfe und reist flugs durch Baden-Württemberg nach Bayern ins schwäbische Donau-Ries – nach Nördlingen.

Im August war ja einer der Nördlinger Türmer – Wilfried Rangette – zu Besuch in Münster auf St. Lamberti gewesen. Dass so schnell ein Gegenbesuch erfolgen konnte, ist eine glückliche Fügung.

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Turmstuben-Bücher September 2014

Für den September habe ich mir drei sehr unterschiedliche Bücher zum näheren Studium vorgenommen, an denen ich die geneigte Leserschaft gerne teilhaben lassen möchte. Lesenderweise stöbern und das Blättern von richtigem Papier, ob dünn oder dick, ist ein ganz eigener Genuss, den m.E. kein noch so zweifelsohne in mancherlei Hinsicht praktisches elektronisches Gerät ersetzen kann…

Gösta Clemens Peter: Lebenswerteste Stadt Münster. Fotografien von Gösta Clemens Peter, Text: Anne Mone. Münstermitte Medienverlag, Münster 2012

Clausberg/Kimpel/Kunst/Suckale (Hrsg.): Bauwerk und Bildwerk im Hochmittelalter. Anschauliche Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte. Anabas-Verlag, Gießen 1981 (1)

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Herausgegeben von Friedrich Beißner. Büchergilde Gutenberg, Inselverlag, Frankfurt am Main/Wien/Zürich 1961

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Kiepenkerl

Bei der Recherche über interessante Münsteraner Persönlichkeiten mit Bezug zu „meiner“ Lambertikirche bin ich auf den 2001 verstorbenen Bäckermeister, Kommunalpolitiker und Traditionsliebhaber Heinrich Morthorst gestoßen, der Vielen als DER Kiepenkerl ein Begriff sein wird.

Die 2003 erschienene Biographie über Heinrich Morthorst von Dr. Günther Mees (ehemaliger Chefredakteur der Bistumszeitung Kirche+Leben) ist ein außergewöhnliches literarisches Denkmal für einen außergewöhnlichen Menschen.

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Ein Türmer kommt selten allein…

Die Rezeptionsgeschichte der Türmer von Münster ist verblüffend: Während der Ständegesellschaft gering geschätzt und verachtet, im Jahre 1950 die gefeierte Wiederbesetzung nach dem II. Weltkrieg, nach und nach immer größeres Medieninteresse, und heute gibt es tägliche Anfragen für Interviewtermine etc. mit der Türmerin von Münster!

Wer waren eigentlich die Vorgänger der ersten Frau auf Lambertis Turm?

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Blick zurück… Artikel aus vergangenen Tagen (Teil I)

Blick zurück… Artikel aus vergangenen Tagen (Teil I)

Mein besonderer Dank geht an Herrn Hermann Hagenhoff, der allwöchentlich ehremamtlich in der Präsenzstelle im Inneren der St. Lambertikirche der Ansprechpartner für Einheimische und Touristen ist. Er ist ein unerschöpflicher Quell des Wissens und gleichermaßen freundlich wie kompetent. Seine umfangreiche Sammlung der historischen Aufzeichnungen stellt er mir hin und wieder zur Verfügung; daraus entnommen und transkribiert habe ich die folgenden Artikel mit Türmer-Bezug:

1.) Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde (1906)

2.) Münsterischer Anzeiger (1925)

3.) Hermann Schmitz: Soest und Münster (1925)

4.) Das schöne Münster (1931)

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Die hohe Kunst des Tutens

Die hohe Kunst des Tutens. Zahlenmystik und Hintergründe.

Für die englische Version dieses Artikels klicken Sie bitte HIER.

Jeden Abend (außer dienstags) wird seit Jahr und Tag vom St. Lamberti-Kirchturm getutet. „Tuten“ ist das Fachwort, die Lautmalerei „Tuuuuuut“ beschreibt denn auch ziemlich genau die Töne, die aus dem Türmerhorn dringen – das tiefe C.

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