Turmstubenbücher März 2018

Ich habe mich schon vor einer Weile ein bisschen mit dem unfassbaren Werner Rolevinck befasst und möchte dies im März 2018 nun vertiefen und euch von meiner Begeisterung berichten. Deshalb kommt das folgende Buch mit in die Turmstubenbücherei:

Werner Rolevinck: Das Buch zum Lobe Westfalens.
Herausgegeben von Annelise Raub.
Aschendorff Verlag, Münster 2002

Detaillierter: Werner Rolevinck 1425-1502, Ein Buch zum Lobe Westfalens des Sachsenlandes. Nach der Ausgabe Hermann Bückers von 1953 neu bearbeitet und herausgegeben von Annelise Raub. Illustrationen von Andreas Raub. Weiterlesen

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Die Erinnerung bleibt

Kurz vor Weihnachten 2013 gab es in den Westfälischen Nachrichten einen schönen Abschiedsartikel für Wolfram Schulze, meinen Vorgänger, der zum Jahresende in Rente ging. Darin beschreibt er noch mal seinen Dienst als Türmer, was sich alles verändert hat mit den Jahren, und auch der unvergleichliche Ausblick wird mehrfach erwähnt – während der Advents- und Weihnachtszeit ist es auch wirklich magisch:

Lichtermarkt

Lichtermarkt St. Lamberti

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10 Dinge, die Türmer*innen an Weihnachten machen:

  1. …in der Kirche innehalten – Krippe gucken!

  2. …rhythmisches Stufensteigen – Step Aerobic!

  3. …über die weihnachtlich geschmückte Stadt schauen – kein Feuer, kein Feind?

  4. …lauthals „O du fröhliche“ schmettern – und auf Antwort lauschen (Nachtwächter, Euer Part)!

  5. …den späten Passant*innen zuwinken – eine feierliche, friedliche Nacht gewünscht!

  6. …mitgebrachten Kinderpunsch trinken – Finger weg vom Alkohol auf dem Turme!

  7. …norwegische Märchen lesen – z.B. vom Kätzchen, das in Wirklichkeit ein Bär war*!

  8. …an vergangene Höhen und Tiefen denken – frei nach Heidegger**: Sind wir nicht alle Türmer? In jedem Leben geht es doch auf und ab…!

  9. …an die Türmer*innen in anderen Städten denken – wie verbringt ihr Weihnachten***? 

  10. …ein besonders feierliches Mitternachts-Signal – jetzt schnell nach Hause und hoffen, dass vom Essen noch etwas übrig blieb!


* Das Märchen heißt „Kjetta på Dovre“ (Das Kätzchen auf dem Dovrefjell) und geht auf die „Gebrüder Grimm des Nordens“ zurück, Asbjørnsen und Moe: man kann die Geschichte auf Norsk und auf Deutsch online lesen (Norwegenservice, Klick!)

** Diese Erkenntnis findet sich in: Martin Heidegger, Feldweggespräche (1944/45), Gesamtausgabe 77, herausgegeben von Ingrid Schüssler, Vittorio Klostermann Verlag 2007 (Klick!)

*** In Nördlingen z.B. feiert man Weihnachten als Türmer traditionsgemäß mit der dreifarbigen Glückskatze Frau Wendelstein: Artikel der Augsburger Allgemeinen Zeitung, Klick!


Fotos: stylishhdwallpapers.com – my-hd-wallpapers.de – hdhintergrundbilder.com – eigene Comic-Art-Postkarte mit Bronze-Engel in der Türmerstube


…übrigens: es sind genau 300 Stufen zum Glück: NRWTourismus-Kampagne #neuentdecken
-> die ganze Geschichte: Klick!

Advent, Advent – eine Zeitreise mit Turmblick

Sie ist wieder da, die Adventszeit. Auf dem Turm von St. Lamberti ist die Türmerstube mit selbstgebastelten Sternen und anderem Schmuck ausgestattet. Ob das meine Vorgänger auch so gemacht haben?
Mein Blick gleitet über den Lichterschmuck allüberall da draußen in der Stadt, es sieht festlich aus, schön und friedlich wartet alles auf den Heiligen Abend und die Weihnachtstage. Was haben meine Vorgänger gesehen in den vergangenen Jahrhunderten, wenn sie wie ich heute „am hohen Balkone“ standen? Ich fange an zu recherchieren, wie die Adventszeit im Münsterland im 19. und 20. Jahrhundert gewesen ist, damit ich mir vorstellen kann, was die Türmer mit ihren Familien vielleicht erlebt haben, bevor sie täglich ihre Dienstzeit antreten mussten… Weiterlesen