Turmstuben-Bücher November 2014

Sapperlot! Potzblitz! Ist es denn die Möglichkeit… Schon ist der November angebrochen und es kommt nun die Zeit, in der Viele im Dunkeln morgens aufbrechen und im Dunkeln abends zurückkommen… Dunkel war’s, der Mond schien helle – wohlan denn! In der Turmstube ist dies wiederum unter Anderem die Zeit für besinnliche, anregende und aufregende Literatur im Halbe-Stunden-Takt.

Die Turmstuben-Bücher des Monats November sind:

Robert Löhr: Krieg der Sänger. Piper Verlag GmbH München 2012 (Taschenbuchausgabe 2013)

Deutsche Gedichte. Von den Zaubersprüchen bis zur Gegenwart. Sammlung Dieterich, Band 91. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung Wiesbaden [ca. 1950] (2)

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Turmstuben-Bücher September 2014

Für den September habe ich mir drei sehr unterschiedliche Bücher zum näheren Studium vorgenommen, an denen ich die geneigte Leserschaft gerne teilhaben lassen möchte. Lesenderweise stöbern und das Blättern von richtigem Papier, ob dünn oder dick, ist ein ganz eigener Genuss, den m.E. kein noch so zweifelsohne in mancherlei Hinsicht praktisches elektronisches Gerät ersetzen kann…

Gösta Clemens Peter: Lebenswerteste Stadt Münster. Fotografien von Gösta Clemens Peter, Text: Anne Mone. Münstermitte Medienverlag, Münster 2012

Clausberg/Kimpel/Kunst/Suckale (Hrsg.): Bauwerk und Bildwerk im Hochmittelalter. Anschauliche Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte. Anabas-Verlag, Gießen 1981 (1)

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Herausgegeben von Friedrich Beißner. Büchergilde Gutenberg, Inselverlag, Frankfurt am Main/Wien/Zürich 1961

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Paulus und sein Dom

Der St. Paulus-Dom zu Münster feiert Anno Domini 2014 sein 750jähriges Jubiläum. Es gibt zahlreiche sehr interessante Veranstaltungen in diesem Zusammenhang – nachzulesen hier: DOMJUBILÄUM

Jeden Abend (außer Dienstag) geht der Blick natürlich auch gen Westen, zu schauen, wie’s dem Dom so geht und seinen beiden Türmen. Wenn der Nebel zu dicht ist, ahnt das Auge nur mehr die Schemen, bei guter Sicht geht bei Sonnenuntergang der mächtige Scheinwerfer an und setzt die Türme ins strahlende Hell. Und zwischen den beiden Türmen des Paulusdoms erblickt die Türmerin das fürstbischöfliche Schloss…

Die beiden Domtürme zu Münster

 

Daß solchem Dome stolz und reich

Ein Turm zu wenig sei,

Das sah der alte Meister gleich,

Darum erbaut‘ er zwei.

 

 

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Annette am Turme

Frei nach Annette von Droste-Hülshoff: „Am Turme“:

Ich steh auf hohem Balkone am Turm,
Umkreist vom kieksenden Falken,
Und lass gleich einer Thyade den Sturm
Mir wühlen im flatternden Haare;
O wilder Wolkenreiter, o schöner Blitz,
Ich möchte dich kräftig umschlingen,
Und, Aug in Aug, nahe dem Abyss
Auf Tod und Leben dann ringen!

Mal stürmisch, mal heiter – Fantasien, bei Wind und Wetter sind sie stets willkommener Begleiter. Ich singe meine Lieder hier und gedenke Annetten – vielleicht weht dieses Lied ja bis zu ihr?

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Achtung Lyrik!

Herr Ulrich Löchner hat mir aus dem Nachlass seines Vaters ein Werk gesandt:
Friedrich Löchner „Das spricht Bände“. drei-ECK-Verlag Bochum 1999
Ich bin ihm dafür sehr dankbar. Er hatte in den Medien gehört, dass ich Gedichte und Geschichten mit Türmer- und Turmbezug sammel… und in dem genannten Buch seines Vaters findet sich so viel Wundervolles, das perfekt in meine Sammlung passt.
Einen Auszug möchte ich an dieser Stelle vorstellen! Die Vorlage bildet hier Goethes berühmter Türmer Lynkeus (siehe Faust II,V):
Lieder des Türmers (Metamorphosen) von Friedrich Löchner
I
Zum Planen geboren,
Zum Schaffen bestellt,
Dem Werke verschworen,
Gefällt mir die Welt.
Ich seh in die Ferne
Mit kunstvollem Plan,
Und hätte so gerne
Das Werk schon getan.
Ich seh‘ schon errungen
Die anmut’ge Zier,
Und weil mir’s gelungen,
Geling‘ ich auch mir.
Ihr glücklichen Hände,
Was je euch gelungen,
Es sei am Ende
Noch lange besungen!
(…)
V
Zum Tönen geboren,
Den Noten gesellt,
Den Klängen verschworen,
Gefällt mir die Welt.
Ich bring‘ sie zum Schwingen,
Zum Singen und Klingen,
Den einsamen Ohren
Gemeinschaft zu bringen.
In Leiden und Freuden
Bin ich zugegen,
Darf mich vergeuden
Und Sinne erregen.
Ihr glücklichen Hände,
Was je euch gelungen,
Es sei am Ende
Noch lange besungen!