Türmerin zu Gast in … Gräfenhainichen! (Tour des Tours)

Kurze (unglaubliche, aber wahre) Vorgeschichte: Vor einiger Zeit stellten der Küster der Münsteraner Liebfrauen-Überwasserkirche, Markus Offer, und ich fest, seine und meine Oma stammen beide aus Gräfenhainichen, GHC.

Das ist ein weiteres Indiz, das meine These von Münster als dem Mittelpunkt der Welt bestätigt – denn hier treffen sich immer wieder Menschen, die anderenfalls vielleicht nie erfahren hätten, was sie verbindet… und so reifte in mir der Entschluss, mich auf Spurensuche meiner Familie in Mitteldeutschland zu begeben. Natürlich inklusive Turmbesichtigungen, wo möglich, und Münster-Vergleichen – eine weitere Etappe der Tour des Tours!


Hier also mein Reisebericht: Mein weltbester Reise- und Lebensbegleiter und ich reisten nun mit dem Zug nach Gräfenhainichen (GHC), Kreis Lutherstadt Wittenberg, Sachsen-Anhalt.

GHC im Sachsen-Anhalt-Wiki: Klick!

Webpräsenz von GHC: Klick!

Wir waren vermutlich recht auffällig und deutlich als Touris zu erkennen, denn wir knipsten alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war, zum Beispiel

– den berühmtesten Sohn der Stadt, nach dem (nicht nur hier) alles mögliche benannt ist: Paul Gerhardt (1607-1676), sozusagen der Götz Alsmann des Ostens, der große evangelische Liederdichter:

Paul Gerhardt aus Holz

Paul Gerhardt und Türmerin

Inschrift

Inschrift Paul Gerhardt-Kapelle

Paul Gerhardt

Paul Gerhardt-Kapelle

– den Oberen Stadtturm, der früher auch mal als Gefängnis diente – ähnlich wie unser Zwinger in Münster!

Selfie mit Turm

Selfie mit Turm – der Obere Stadtturm in Gräfenhainichen ist leider nicht offen für neugierige Türmerinnen

Die Tür zum Oberen Stadtturm

Die Tür zum Oberen Stadtturm – leider verschlossen, dafür mit Denkmal-Plakette

– den Unteren Stadtturm, dessen Rundbauweise stark an unseren Buddenturm erinnert!

Selfie vor dem Unteren Stadtturm

Selfie vor dem Unteren Stadtturm in Gräfenhainichen – nur ein schmaler Bürgersteig trennt ihn von der relativ stark befahrenen Wittenberger Straße.

– die Stadtmauer, die diesen Ort richtig pittoresk macht (sowas gab’s in Münster auch mal, viel breiter und mit Wassergräben versehen, heute ist bei uns anstelle der Stadtmauer die Leezenrennstrecke, Promenade genannt).

Stadtmauer

Stadtmauer von GHC

– den Wasserturm von 1927, heute ein Wahrzeichen von GHC und genialer Aussichtsort, für 1 EUR pro Person darf man die 192 Stufen bis aufs Flachdach erklimmen, unbedingt machen!

Auf dem Dach des Wasserturmes

Auf dem Dach des Wasserturmes – bei strahlendem Sonnenschein geht der Blick über GHC, im Hintergrund die Kirche St. Marien

Wasserturm von Gräfenhainichen

Ungefähr 37 m hoch und gefühlt viel höher – der Wasserturm von Gräfenhainichen!

– das Aasee-Äquivalent in GHC heißt Vorstadtteich, ein richtiges Paradies für Enten!

Vorstadtteich

Aasee? Nee: Vorstadtteich!

Das Äquivalent zu unserem Mühlenhof-Freiluftmuseum ist in GHC die Stadt aus Eisen, Ferropolis (ehemals Tagebau Golpa-Nord) – hier wird 150 Jahre Braunkohleabbau-Geschichte gezeigt; und 1987 fand man hier tatsächlich das Skelett eines Waldelefanten!

Was man noch über GHC wissen sollte, falls im Pub-Quiz danach gefragt wird:

Gräfenhainichen liegt ca. 20 km entfernt von Wittenberg und mit dem Auto braucht man ca. 90 min bis nach Berlin, GHC hat mit allen Ortsteilen insgesamt ca. 11.900 Einwohner*innen, ein weiterer wichtiger Mann neben Paul Gerhardt ist Johann Gottfried Galle (1812-1910) – der Entdecker des Planeten Neptun, GHC hat außerdem eine lange Buchdruck-Tradition und ein entsprechendes Buchdruck-Museum. Karneval feiert man hier übrigens genau so begeistert wie bei uns in Münster!

An allen diesen besuchten Orten – besonders in der Straße mit dem Haus, in dem meine Oma aufwuchs (ich hinterließ hier eine Karte mit Grüßen an die jetzigen Bewohner) und in der Marienkirche, in der Oma getauft worden ist – fühlte ich mich ihr auf fast magische Art nahe.

Marienkirche

St. Marien

inside St. Marien

Der Altar und die Holzdecke in St. Marien

Und als wir nach einer Andacht und dem obligatorischen Fürbittenkerzen anzünden wieder aus der Kirche traten, sprach uns doch tatsächlich die Nichte meiner Oma an – sie hatte meine Nachricht gelesen und sich sofort auf die Suche gemacht – und lud uns zum Kuchenessen und Familienfotoalben-aus-Omas-Jugendzeit-angucken in ihren Garten ein. Sie wohnt mit ihrer (und damit auch meiner) Familie im Geburtshaus meiner Oma (ihrer Tante).

Kreise schließen sich, wir hatten uns seit der „Wende“ 1989 nicht gesehen, mir war nicht klar, dass sie noch in Gräfenhainichen („Hänichen“ sagen die Einheimischen liebevoll) wohnen – superschön!  Das nächste Treffen dann in Münster?

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2 Gedanken zu “Türmerin zu Gast in … Gräfenhainichen! (Tour des Tours)

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