Turmstubenbücher Januar 2018

Neues Jahr, neues Glück, neuer Lesestoff!

Sehr geschätzte Leser*innen des offiziellen Turmblogs aus Münster, für eine kurze Erklärung der Reihe „Turmstubenbücher“, klickt ihr HIER! (es öffnet sich eine neue Seite)
 Im Januar 2018 nun also folgende Werke:

1.) Alfons Huckebrink, Leichter gesagt. 101 neue Kürzestgeschichten. sonderpunkt Verlag, Münster 2016 (direkt zum Verlag: Klick!)

2.) Barbara Rommé (Hrsg.), Aloys Röhr. Bildhauer und Grafiker aus Münster. Ausstellungskatalog des Stadtmuseums Münster, 2009 (Link zur Liste aller Publikationen und Ausstellungen auf dem Stadtmuseum-Blog: Klick!)

Zu 1.) Alfons Huckebrink hat eine richtig schöne, ansprechend gestaltete Internetpräsenz: Alfons Huckebrinks Literaturkontor (Klick!)

Es gibt allerlei anzuklicken und zu entdecken; die mir vorliegenden 101 neuen Kürzestgeschichten sind – wie der Name schon sagt – nicht die ersten Kürzestgeschichten, die sich der Münsteraner Autor über die „Merkwürdigkeiten des Alltags“ (Klappentext) ausgedacht hat. Es sind wirklich kürzeste Texte, von zwei, drei Zeilen bis zu 2 Buchseiten lang. Beim schnellen Durchblättern blieb mein Turmfalkenblick an diesen Zeilen hängen, ein schönes Beispiel dessen, was ich von der Lektüre insgesamt erwarte – auf den Punkt formuliert und mit feinsinnigem Hintergedanken:

Radevormwald – eine Radlergeschichte
Vor einigen Wochen besuchte ich mit Alaze seine alte, akut erkrankte Tante in Radevormwald. Bis dahin hatte ich wie selbstverständlich gedacht, Radevormwald würde mit einem weiteren „l“ geschrieben, hieße also Radelvormwald.
   Sie ahnen, worauf die Geschichte hinausläuft! Ja? Nun, dann brauche ich sie auch nicht weiterzuerzählen und ihr Charakter als Kürzestgeschichte bliebe somit gewahrt.

Herrlich! Danke an Carsten P. für dieses Buch für die Turmstubenbücherei.

Alfons Huckebrink wurde 1953 in Emsdetten geboren und stellt sich hier in einem Radio-Interview mit Bewegtbild vor: Künstlerporträt, Radio Kaktus bei YouTube (Klick!)

und in diesem Interview geht es um seine offensichtliche Vielseitigkeit (Krimis, Lyrik, Dütt un Datt…) und auch um eben jenes Buch der 101 neuen Kürzestgeschichten – klingt äußerst lesenswert!


Zu 2.) Wie aus einem Drehbuch für ein Drama im Kunst-Milieu: Einer Mitarbeiterin eines Gebrauchtwarenladens fiel an einem Holzrelief aus einer Haushaltsauflösung die Signatur „A. Röhr“ auf, sie wusste: vor einiger Zeit (2009) gab es eine große Ausstellung im Stadtmuseum zu Aloys Röhr… 

… bis zum 7. Januar 2018 konnte man im Stadtmuseum richtig klasse gezeichnete und getuschte Feldpostkarten des großen, aber zu Lebzeiten äußerst bescheiden auftretenden Künstlers anschauen, die er aus dem 1. Weltkrieg seinem Vater zur Sammlung für ein Kriegsalbum geschickt hatte. Ein Foto zeigte Röhr dort in seinem kleinen Atelier im Bohlweg (bzw. Ostmarkstraße, wie der Abschnitt ab 1939 umbenannt worden ist), wo er nach dem Krieg ab 1919 zur Untermiete wohnte – und im Hintergrund:  o.g. Holzrelief eines Engels mit Türmerhorn, ähem, will sagen, Engelsposaune. Der zufällig wiederaufgetauchte Engel also wurde kürzlich schnell Dr. Thier vom Stadtmuseum übergeben, der schon lange allerlei Röhr’sches recherchiert und sammelt. Im Internet findet man die zugehörigen Meldungen über den Sensationsfund: Klick! (Let me google that for you)

Und von der erwähnten ersten Ausstellung (Stadtmuseum Münster 2009, Klick!) mit allerlei Röhr‘schem gibt es diesen mir nun vorliegenden wunderbaren Katalog, in dem Aloys Röhr gebührend gewürdigt wird.Katalog: Aloys Röhr 2009

Röhr wurde am 18. Dezember 1887 geboren und erlebte beide Weltkriege.

Jede*r Münsteraner*in ist sicherlich schon mal
an seinen Werken vorbeigegangen:

Beim wohl überlegten und mit viel Aufwand durchgeführten Wiederaufbau Münsters nach den Bombenzerstörungen des 2. Weltkrieges hat Aloys Röhr u.a. an den Außenfassaden des Historischen Rathauses und zahlreichen Häusern der Kaufleute und am Dom mitgewirkt.

Am Annette-Gymnasium (Grüne Gasse) ist eine von Röhr modellierte Plakette zum Treffen Goethes mit der Fürstin Gallitzin.

Die Figuren außen und innen am Turm der heutigen Gaststätte Kruse Baimken sind echte „Röhrlinge“…

… Röhr ist einfach überall in Münster! Hier das Historische Rathaus mit dem Wächter:

Wohlbekannt ist auch die Freie Künstlergemeinschaft Schanze e.V. (Klick!) mitbegründet 1919/1920 von unserem Aloys!

Er lernte das Bildhauer-Handwerk bei Anton Rüller (das ist der Bildhauer, der die schöne Büste von Annette von Droste-Hülshoff geschaffen hat, die jetzt an der Kreuzschanze steht) und für die Bildhauer Mazzotti (Klick!) arbeitete Aloys Röhr später auch fast 25 Jahre lang – bis er im Januar 1945 mit 58 Jahren noch als technischer Zeichner zur Reichswehr musste…

Ihr seht: Mich fasziniert das Leben und die Zeit genau wie das Werk dieses Ausnahmekünstlers – seine Feldpostkarten im Stadtmuseum Münster haben mich sehr neugierig gemacht, mehr zu erfahren. Und: es lohnt sich, sich mit Aloys Röhr zu beschäftigen!

Für historisch Interessierte, münstersche Persönlichkeiten-Interessierte, Kunst-Interessierte, Heiligen-Darstellungen-Interessierte, und noch viele viele mehr… eine wahre Fundgrube…

Und jetzt wird weitergeblättert…

 

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Ein Gedanke zu “Turmstubenbücher Januar 2018

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