Turmstubenbücher August 2017

Im August nehme ich zwei sehr unterschiedliche Bücher mit in die Turmstube zum näheren Studium – das eine schrieb der Vater der rennenden Lola, pardon, von Franka Potente aus Münster; das andere besticht durch die Zeichnungen und das Thema der Täufer.

Der Vater der Schauspielerin Franka Potente, Dr. Dieter Potente – der ehemalige Schul-Dezernent der Bezirksregierung Münster – ist mittlerweile pensioniert und der Autor dieses sehr interessanten Buches:

Nationalsozialismus im Dorf. Katholisches Milieu und NS-Herrschaft im westfälischen Dorf Buldern 1933 bis 1945. Laumann-Verlag, Dülmen 2014

Die Erkenntnisse und Berichte Potentes basieren auf der Erforschung von schriftlichen Quellen aus Archiven in Dülmen, Coesfeld, Münster und Düsseldorf, außerdem auf Fotos, Dokumentarfilmen und Zeitzeugeninterviews – am Beispiel des Ortes Buldern spürt er den Fragen nach, wie und warum der Nationalsozialismus in einem katholisch geprägten Dorf Erfolg haben konnte, wie die Rolle der Frauen gewesen ist, wie mit Zwangsarbeitern umgegangen worden ist, und welche Umstände das für den Alltag und die Kirche bedeutete.

Ich kann das Interesse an dieser Epoche deutscher Geschichte und den Forscherdrang sehr gut nachvollziehen und freue mich auf eine Horizonterweiterung, was o.g. Fragestellungen angeht.

Buldern, Buldern… kommt euch das auch so bekannt vor? Schon mal gehört, schon mal gelesen… Die berühmteste Persönlichkeit aus Buldern ist der „Tolle Bomberg“ a.k.a. Baron Gisbert Freiherr von Romberg, geboren 1839 und gestorben 1897 auf Schloss Buldern…

Links:

Homepage von Buldern: Klick! 

Laumann Verlag: Klick!


Sein Handwerk hat der freischaffende Comic-Zeichner, Texter und Illustrator Lukas Kummer an der Kunsthochschule Kassel gelernt – ihn zeichnet die besondere Begeisterung für das Mittelalter aus.

Historische Stoffe zu illustrieren ist offenbar sein Ding; viel komplexer als oftmals heruntergebrochen vermittelt ist auch die Geschichte um die sogenannten Wiedertäufer von Münster.

Nur in Münster ist dieser Zweig der Reformationsbewegung so aus dem Ruder gelaufen und eskaliert, dass noch heute alle Welt von den Körben an St. Lamberti und dem selbstgekrönten König Jan von Leiden weiß, obschon diese Episode der Täuferherrschaft nur vergleichsweise kurz dauerte und schon sehr lange her ist (1536 fand der Schauprozess statt, in dessen Folge die Leichname von Knipperdolling, Krechting und von Leiden in den Eisenkörben an der Stadt- und Marktkirche endeten). Die Spitze des Turmes von Liebfrauen-Überwasser stürzten die Täufer hinunter, um Kanonen darauf zu positionieren:

Die nun erschienene sehr ansehnliche Graphic Novel des Autors Alexander Hogh und des Zeichners Lukas Kummer hat nun aber nicht die vielzitierten und -bemühten „Anführer“ der Umsturzbewegung zur Hauptperson, sondern: Den Mann, dessen Augenzeugenbericht aus der Täuferzeit eine der wichtigsten historische Quellen der Stadt Münster ausmacht – Schreiner Heinrich Gresbeck, der zu den Belagerern übergelaufen ist. Eine spannende Perspektive!

Perfekt ergänzt wird das Werk durch einordnende Worte des renommierten Täuferexperten Dr. Ralf Klötzer (Lepra-Museum Münster-Kinderhaus, Klick!).

Die Story und die Bilder sind mitnichten ein Comic für Kinder – Graphic Novels sind oft schwere Kost, so auch:

GOTTESKRIEGER. Eine wahre Geschichte aus der Zeit der Reformation. Alexander Hogh und Lukas Kummer. Tintentrinker Verlag

Links:

Gotteskrieger bei Facebook: Klick! 

Gotteskrieger im Tintentrinker Verlag: Klick! 

Lukas Kummer’s Blog: Klick! 

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