Turmstubenbücher Mai 2016

2016-04-30 Fahne, Dom, ÜberwasserIm Wonnemonat Mai zuerst ein paar erklärende Zeilen für die Neu-Reinklicker*innen, was es mit diesen Turmstubenbüchern auf sich hat:
Zu Beginn jedes neuen Monats nehme ich zwei oder mehr Bücher, die ich vorher nicht kenne, mit in die Turmstube. Dabei kann es sich um Empfehlungen handeln oder auch um Bücher, die mir zufällig zugeflogen sind.

In der Reihe „Turmstubenbücher“ möchte ich keine Rezension, keine Buchkritik präsentieren. Mich interessiert, ob ein Buch etwas mit mir, mit Münster, mit dem Lambertiturm  oder auch anderen Türmen zu tun hat. Wenn es einen persönlichen oder interessanten Bezug gibt, wenn etwas mich neugierig macht, möchte ich meine Follower teilhaben lassen!
Ich schaue mir vor Mitnahme in die Höhe selten mehr als Titel, Cover, Klappentext an, entscheide oben über Turm-oder-Münster-oder-so-Relevanz.
Da in der Turmstube hohe Luftfeuchtigkeit & Kälte Hand in Hand gehen, transportiere ich die guten Werke (und auch meine Instrumente) immer wieder in die Welt-da-unten nach Gebrauch.

Da trifft es sich gut, dass am 4. Mai um 15:30 Uhr ein weiteres „Turmstubenbücher“-Event live und in Farbe in der Stadtbücherei Münster vorgesehen ist! Bei freiem Eintritt und guter Laune sehen wir uns also dort – und ich stelle eine höchst subjektive Auswahl der bisher erschienen Blogartikel der Reihe „Turmstubenbücher“ vor. Außerdem erzähle ich aus dem Türmerinnenleben, weitere Zutaten sind Musik, Fotos und eine Fragerunde.

Türmerin in der Stadtbücherei

Türmerin @ Stadtbücherei Münster am 27.01.2016, Foto: Leimkötter

Höchst subjektiv – z.B. den Spezialinteressen der Türmerin zugute kommend – ist auch das, was im Mai in der Turmstube betrachtet wird:

1. Tatort Domplatz. Der Münster-Plan von 1609 und seine Geschichte(n). Dokumentation und Faksimile. Herausgegeben im Auftrag des Instituts für vergleichende Städtegeschichte von Mechthild Siekmann. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2009.

2. Müßiggang durchs Münsterland. Paläste, Pferde und mehr. 66 Lieblingsplätze und 11 Wasserschlösser. Swantje Naunin und Ulrike Naunin. Gmeiner Verlag, Meßkirch 2015

Beim Tatort Domplatz handelt es sich um einen historischen Mordfall, der für Münster weitreichende Folgen hatte. Im Mittelpunkt steht das blutige Gefecht zwischen dem Adligen Dietrich von Galen und Erbmarschall Gerhard Morrien zu Nordkirchen 1607. Diese wurde damals dargestellt in einem wirklich klasse gezeichneten Plan der Stadt Münster. – Man hat nicht nur den Ort des Geschehens am Domplatz und die Kontrahenten dargestellt, sondern den ganzen Kern der Stadt Münster samt Rathaus, Dom und Lambertikirche, mit phantastischen Details.
Dietrich von Galen war der Vater des uns als „Bomben-Bernd“ bekannten Christoph Bernhard von Galen. Man kann mutmaßen, dass letzteren die Umstände seiner Kindheit und Jugend extrem geprägt haben – als Kind protestantischer Eltern geboren, aber nachdem der Vater wegen Mordes ins Gefängnis kam (siehe oben) und die Mutter freiwillig mitging, wurde Christoph Bernhard von münsterschen Jesuiten und seinem Onkel katholisch erzogen… Die Vorgeschichte ist jedenfalls sicherlich interessant, und die Welt des beginnenden 17. Jahrhunderts wird uns mit diesem großen und großartigen Werk auch nähergebracht. Danke an Hartwig H.-S. für diesen Tipp!

Tatort Domplatz Ausschnitt

Ausschnitt aus „Tatort Domplatz…“ – links: St. Jacobi, mittig: St. Paulus-Dom, rechts unten: St. Lamberti

Durch die Geschichte und durch die Gegenwart flanieren – das ist im Münsterland ganz besonders spannend und erquicklich. In „Müßiggang durchs Münsterland“ begegnen uns Sehenswürdigkeiten einmal anders als gewohnt, tolle Fotos freuen einen schon beim Durchblättern, und im Vorwort heißt es:

„Radfahren im Münsterland ist für mich ‚Heimaturlaub‘ und mehr braucht es nicht, damit ich mich erholt fühle. (…) Das Münsterland ist alt und jung, bodenständig und modern, sehr vertraut – und trotzdem gibt es immer einen Radweg, den man noch nicht kennt“. Diese Worte stammen von der Autorin Swantje Naunin – sie ist meine Cousine 😀

Ich schrieb ja bereits: höchst subjektiv, meine Auswahl; und ist es nicht auch höchst münsterisch, dass sich hier immer irgendwo Kreise schließen, sich Menschen (wieder-)begegnen, über Ecken und Hecken hinweg Gemeinsamkeiten deutlich werden und sich letztendlich die Sonne doch immer wieder um Münster dreht? 🙂

muenster_zonta_2014 (171)

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