Fußball auf dem Turm

Fußball gucken auf dem Turm? Einen Fernseher gibt es natürlich nicht auf dem St. Lamberti-Kirchturm, ein altes Radio und das Internet laufen aber –  je nach Laune der Geräte und Empfang – ganz gut. Auch als Türmerin verpasst man also nicht DAS gesellschaftlich-sportliche Ereignis des Jahres.

WM 2014-Horn

WM 2014-Horn

Und da der Turm-Dienst erst um 21:00 Uhr startet, ist es möglich, zumindest die 18:00 Uhr-Spiele im TV oder „im Rudel“ zu schauen – dann aber fix auf den Turm. Und bei den Spielen der deutschen Mannschaft gibt es das „Tuten Spezial“ mit schwarz-rot-goldenem Horn… nein, das ist bloß ein Scherz für’s Foto 😉

Ein wunderbar augenzwinkerndes und gleichzeitig mahnendes Fußball-Gedicht stammt aus der Feder des großen münsterschen Multi-Talents HANNES DEMMING, mit diesen Versen möchte ich allen Menschen eine friedliche und fröhliche Zeit wünschen (Mitte Juli ist der WM-Wahnsinn vorbei), ob sie nun Fußball lieben oder aber gar nichts damit anfangen können:

Football-Hymne

FOOTBALL, FOOTBALL üöwer alles,
üöwer alles in de Welt!
Tweeuntwintig bunte Kärlkes
suust dao üöwer’t gröne Feld,
stoppt, trappt, köppt, stüört’t, bölkt un schaitet.
Off de Torwart den wull häöllt?
Football, Football üöwer alles,
üöwer alles in de Welt.

Football? Krieg! ‚t feihlt blaots Kanunnen,
Män auk hier geiht et üm Geld.
We am besten dräpp, hät wunnen.
Winnen, winnen, dütt blaots tellt.
Storm un Angriëpp, dat sind Wörde!
Un wu faken dao well fäöllt!
Laot’t de Footballfahnen weihen
üöwer alles in de Welt!

Laot’t de Lüü driest Football kieken
un sick freien an den „Sieg“!
Biätter is’t tominnst äs Panzers,
äs dat Blood, dat flütt in’n Krieg.
Loss mäk Football de Ventile.
Dato giff’t en Gruppenbeld.
Football is Sozialhygiene
üöwerall up düsse Welt.

Football läött de Kassen klingeln.
We en Tor schütt, is en Held,
un we alltied knipp, nich rangeiht,
bi de Lüde nix mähr geldt.
Football mäk uut Iësels Ässe,
de klook üöwer ’n Spiël vertellt.
Football, geihs du würklick üöwer
alles, alles in de Welt?

Quelle: Hannes Demming: „Kringe, Quinten & Korinthen“, Aschendorff Verlag Münster 2011,  S. 148f.

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